Rundgang

Die Sternwarte Huchenfeld ist eine private Einrichtung. Die Beobachtungen mit drei verschiedenen Teleskopen dienen vor allem dazu, die zahlreichen Himmelsereignisse zu dokumentieren. Zudem werden an der Sternwarte Huchenfeld kleinere Beobachtungsreihen und -projekte umgesetzt. Die große Kuppelbau mit dem Hauptteleskop entstand im Jahr 2009, aber bereits seit 1981 wird von Huchenfeld aus der Sternhimmel beobachtet. Im Frühjahr 2020 wurde die Errichtung eines Astrographenbaus umgesetzt, das Sonnenteleskop ist aus thermischen Gründen frei aufgestellt. Die Ausstattung der drei Hauptteleskope der Sternwarte wurde ausschließlich mit Teleskopen des ehemaligen US-Herstellers „Meade“ realisiert, beide Kuppelbauten stammen vom britischen Hersteller „Pulsar Observatories“.


Ein Rundgang durch die Sternwarte:

(1) Das 0,40-Meter Hauptteleskop „ACF16“

Das Hauptteleskop der Sternwarte Huchenfeld ist ein 0,40 Meter Schmidt-Cassegrain-Teleskop des US-Herstellers „Meade“ mit einer Brennweite von 4 Metern. Die modifizierte „ACF“-Optik verspricht ein gut korrigiertes Bildfeld. Mit einem „CCDT67“-Telekompressor von „Astrophysics“ hat das Teleskop eine Arbeitsbrennweite von 2,6 Metern. Für die hochaufgelöste Beobachtung von Planeten kann das Teleskop mit einer 2″ APO-Barlowlinse im 8-Meter-Fokus verwendet werden.

Das Teleskop ist mit einem Baader-Steeltrack Okularauszug ausgestattet und wird überwiegend fotografisch eingesetzt. Als Leitrohr ist hierzu ein 5-zölliger Refraktor mit einer Brennweite von einem Meter angeflanscht. Dieser dient mit seiner an einem Baader-T2-VIP-Excenter befestigten ALCCD-5 Guidingkamera als Leitfernrohr, kann aber dank einer Vixen-Klappspiegeleinheit ohne Umbau auch für die visuelle Beobachtung genutzt werden.

Beide Teleskope sitzen auf einer massiven Selbstbaumontierung, die über eine Dynostar-Steuerung vollständig per Computer bedient wird. Als Datenbasis für die Ansteuerung der Himmelsobjekte wird das Software-System „Guide 9.1“ verwendet. Das „ACF 16“ ist in einem 2,7-Meter-Kuppelbau untergebracht.

Das 16 Zoll  Schmidt-Cassegrain „ACF-16“ ist das größte in Serie hergestellte Gerät dieser Bauart bei „Meade“. Technische Daten des Teleskops:

  • Öffnung: 406,4 mm, Brennweite: 4064 mm
  • Optik mit UHTC-Vergütung für 10% höhere Transmission
  • Hauptspiegelfixierung und separater Crayford-Okularauszug
  • Auflösungsvermögen in Bogensekunden: 0,3″
  • 9 x 60 mm Sucherfernrohr, 120/1000 mm Leitfernrohr
  • visuelle Bildvergrößerung: 72-fach bis 864-fach
  • Gesamtgewicht Teleskop und Montierung: 124 Kg

Detailbilder des Hauptteleskops ACF16

 

 

 


(2) Der 0,25-Meter Astrograph „SN10“

Besonders für die Astrofotografie ausgedehnter Objekte am Himmel, wie etwa Gasnebel oder Kometen, ist das zweite Teleskop der Sternwarte Huchenfeld gebaut. Mit einer Öffnung von 25 Zentimetern ist das Teleskop das größte am Markt angebotene Schmidt-Newton-System des US-Herstellers „Meade“. Mit einer Brennweite von 1 Meter zeichnet es die Himmelsobjekte bereits detailliert und bietet zugleich bei einem Öffnungsverhältnis von 1:4 eine enorme Lichtstärke bei gleichzeitig großem Bildfeld. Eine Astrozap-Taukappe aus Aluminium schützt die vorne im Tubus sitzende Schmidt-Korrektionsplatte vor Taubeschlag und Raureif.

Als Leitrohr wird ein 4-zölliger Refraktor von „Meade“ eingesetzt, der eine Brennweite von 920 Millimeter hat. Der Vierzöller dient mit seiner befestigten ALCCD-5 II Guidingkamera ausschließlich als Leitfernrohr.

Beide Teleskope sitzen auf einer modifizierten Montierung „NEQ6 Skyscan“ des Herstellers Synta, die über umfassende Goto-Funktionen und eine Autoguider-Einrichtung verfügt. Als Datenbasis für die Ansteuerung der Himmelsobjekte wird auch hier das Software-System „Guide 9.1“ verwendet.

Zum Scharfstellen der Bilder wurde der „SN10“ mit einer hochwertigen Fokussiereinrichtung der US-Firma MoonLite ausgestattet, die zudem eine 1:8 Untersetzung bietet. Der Astrograph hat eine 2,2 Meter Kuppel des Herstellers Pulsar als passenden Schutzbau.

Der 10 Zoll Schmidt-Newton „SN-10“ ist der größte Astrograph dieser Bauart, der von „Meade“ produziert wurde. Technische Daten des Teleskops:

  • Öffnung: 254 mm, Brennweite: 1016 mm
  • Optik mit UHTC-Vergütung für 10% höhere Transmission
  • Fokussierung mit separatem Crayford-Okularauszug
  • Auflösungsvermögen in Bogensekunden: 0,45″
  • 8 x 50 mm Sucherfernrohr
  • 102/920 mm Leitfernrohr
  • visuelle Bildvergrößerung: 25-fach bis 432-fach
  • Gesamtgewicht Teleskop und Montierung: 82 Kg

 

 

 


(3) Das 6 Zoll Sonnenteleskop „AR6“

Für die Beobachtung der Sonne an der Sternwarte Huchenfeld trägt auf einer Außensäule eine modifizierte „Vixen  Superpolaris“ Montierung den 6-zölligen „AR6-Refraktor vom Typ Fraunhofer von „Meade“. Der Okularauszug des Refraktors wurde gegen einen leistungsfähigeren Crayford-OAZ von „Explore Scientific“ ausgetauscht. Zum Auffinden der Sonne dient ein modifiziertes 6 x 30 mm Sucherteleskop, das mit einem fest eingebauten Sonnenfilter versehen ist.

Mit einem Objektivfilter des US-Herstellers „Astrozap“ ist am Refraktor eine gefahrlose Sonnenbeobachtung im Weißlicht möglich. Der Filter bietet ein gelb-orange gefärbtes Sonnenbild.

Parallel zum Sucher ist am Refraktor zudem ein 40 Millimeter „Coronado PST“ – Sonnenteleskop für die Beobachtung im H-Alpha-Wellenlängenbereich montiert.

Das 6 Zoll Linsenteleskop „AR-6“ ist der größte Achromat, den „Meade“ im Programm hatte. Technische Daten des Teleskops:

  • Öffnung: 152 mm, Brennweite: 1219 mm
  • Optik mit UHTC-Vergütung für 10% höhere Transmission
  • Fokussierung mit adaptiertem Crayford „Dual speed, 2″ AR Series Focuser“  von Explore Scientific
  • Auflösungsvermögen in Bogensekunden: 0,77″
  • 6 x 30 mm Sonnensucher, 40/400 mm H-alpha-Sonnenteleskop
  • visuelle Bildvergrößerung: 29-fach bis 203-fach
  • Gesamtgewicht Teleskop und Montierung: 54 Kg

 

 

 


(4) Weitere Einrichtungen der Sternwarte

Zudem gehört zur Sternwarte ein Büroraum mit zwei Arbeitsplätzen und einer umfassenden Präsenzbibliothek. Diese umfasst aktuell rund 1.100 Ausgaben astronomischer Fachzeitschriften sowie über 500 Fachbücher und Publikationen.

An zwei Arbeitsplätzen werden die gewonnenen Fotos bearbeitet und eigene Publikationen erstellt. Das können Veröffentlichungen etwa in Buchform, aber auch Pressemeldungen zu astronomischen Ereignissen oder Inhalte der Sternwarten-Website und verschiedenen Social-Media-Kanäle sein.

Einfache Wartungsarbeiten und Montagen werden in der Sternwarten-Werkstatt erledigt. Hierfür stehen unterschiedliche Metallbearbeitungsmaschinen zur Verfügung. Zudem können kleinere elektrische und elektronische Arbeiten vorgenommen werden.

Ein ebenfalls vorhandener Testrechner erlaubt die probeweise Ansteuerung von Montierungen und digitalen Geräten der Sternwarte wie Astrokameras oder Fernrohrsteuerungen.